Verursacht Muslimen zu sagen, wie sie sich verhalten sollen, Hass und Terror?

Verursacht Muslimen zu sagen, wie sie sich verhalten sollen, Hass und Terror?


Provoziert eine feste Haltung gegenüber dem Islam Wut, Feindseligkeit und Gewalt durch Muslime? Und gewinnt das Gegenteil – sich bei Muslimen anzubiedern und Appeasement zu betreiben – ihre Wertschätzung, Respekt und Kooperation?

Verursacht Muslimen zu sagen, wie sie sich verhalten sollen, Hass und Terror?

Viel zu viele im Westen sind überzeugt, dass die Antwort auf beide Fragen ein nachdrückliches Ja ist.

Zum Beispiel griff vor kurzem, am 7. Dezember 2020 in Berlin im Bundestag Helge Lindh von den Sozialdemokraten an, was er als „Islamophobie“ bezeichnete und bestand darauf, die Deutschen müssten „Muslime verstehen, statt zu versuchen sie zu ändern… Lasst uns nicht weiter Muslimen erzählen, was der moderne Islam ist.“

Viele seiner Klagen richteten sich gegen die Alternative für Deutschland (AfD), die nicht nur eine feste Haltung gegen muslimische Zuwanderung einnimmt, sondern mich eingeladen hatte zum Islam zu sprechen – und das in den Tagen vor Lindhs Rede ankündigte. (Video auf Deutsch hier; auf Englisch anstehend.)

An einer Stelle sagte der Sozialdemokrat: „Wenn wir Muslimen sagen, was wir von ihnen erwarten, wie sie sich verhalten sollten, demütigen wir sie und ernten Hass.“

Stimmt das? Nein, ganz im Gegenteil.

Bedenken Sie die vergessenen Lektionen der (stark verzerrten) Kolonialzeit, als europäische Nationen einen Großteil der muslimischen Welt dominierten und kontrollierten. Nach 1.200 Jahren Jihad, der dauerhaft rund drei Viertel des Christentums eroberte und den Rest terrorisierte, schaffte es Europa den Islam im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts militärisch in den Schatten zu stellen und praktisch unschädlich zu machen.

Alles andere als gekränkt zu sein und sich für den Jihad zu begeistern, stellten die Muslime die überlegene Kraft des Islam in Frage; zum ersten Mal in der Geschichte betrachteten Muslime den Westen mit Ehrfurcht und Respekt. Das Ergebnis waren Verwestlichung und Säkularisierung.

Es war eines, die Scharia und den Jihad zu befolgen, als der Islam Nichtmuslime eroberte und unterwarf, wie er das mehr als ein Jahrtausend lang gemacht hatte. Es war aber für Muslime etwas ganz anderes weiter auf den islamischen Weg zu vertrauen, als die verachteten Ungläubigen die Länder des Islam ohne große Schwierigkeiten eroberten und unterwarfen – wo ihre überlegenen Waffen und Technologie, ganz zu schweigen von all den anderen Vorteilen westlicher Zivilisation.

Ein  Historiker aus der Zeit formulierte es so: „Napoleons Invasion führte gebildete Ägypter in die Ideen der französischen Revolution ein“, was „bei ihnen ein nagendes und unbehagliches Gefühl hervorrief, dass die ‚Umma‘ [die islamische Gemeinschaft] nicht so perfekt oder so stark war, wie sie sich das vorgestellt hatten. Diese Ungewissheit war die Grundlage neuer Ideen und Auffassungen.“

Damit begannen Muslime – zum ersten Mal in mehr als einem Jahrtausend – den Westen in allem nachzuahmen, von Politik und Staatsführung bis zur Alltagskleidung und Etikette. Während der Kolonialzeit und bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde alles eindeutig Islamische – so die islamischen Kleriker, der „Hijab“ für Frauen und der salafistische Bart – von Muslimen zunehmend als Relikte einer rückständigen Ära betrachtet, die gemieden werden sollten. Viele „Muslime“ waren das nur noch dem Namen nach.

Man muss sich nur der Geschichte der Türkei zuwenden, um dieses vergessene Kapitel umfassender Nachahmung des Westens zu demonstrieren. Vor der Kolonialzeit war die Türkei Jahrhunderte lang der muslimische Jihad-Staat schlechthin (zuerst unter den Seldschuken, dann der Osmanen-Dynastie). Er betrieb den Jihad gegen Europa, schluckte Jahrhunderte lang einen Großteil des Balkans und setzte die Scharia durch.

Nach dem kometenhaften Aufstieg des Westens klammerte die Türkei sich jedoch nicht eisern an den Islam, sondern fiel bis auf den Namen von ihm ab. Sie schaffte das osmanische Reich, das letzte Kalifat der islamischen Welt, ab und distanzierte sich von seiner islamischen Identität und Erbe – rangierte sogar die einst sakrosankte arabische Schrift zugunsten des lateinischen Alphabets aus, um europäischer zu sein. Die Türkei wurde vom Standartenträger des Islam und der Verkörperung des Jihad seit 500 Jahren zur möglicherwiese am stärksten verwestlichten muslimischen Nation der Welt.

Genauso waren alle populären arabisch-nationalistischen Bewegungen, die im 20. Jahrhundert aufkamen, entschieden säkular und verwestlicht, allemal im Vergleich mit der religiösen Rhetorik, die in früheren Zeiten vorherrschte. Noch 1953 verhöhnte der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser im ägyptischen Fernsehen vor einem großen Live-Publikum die Vorstellung, dass Frauen den Hijab tragen sollten – und erntete breites Gelächter und Zustimmung. (In den 1950-er Jahren trugen wenige Ägypterinnen den Hijab; heute verhüllt sich die Mehrzahl der Ägypterinnen.)

Es muss gar nicht erst gesagt werden, dass die europäischen Mächte, die die muslimischen Länder dominierten, eine viel strengere Herangehensweise an den Islam hatten, als jeder zeitgenössische Staat heute es überhaupt in Betracht ziehen würde; und dennoch folgte der muslimische Mainstream ihrer Führung, war weit davon entfernt „gedemütigt“ oder „gekränkt“ zu sein.

Tatsächlich ist es so, dass genau dann, als der Westen begann dem Rat zu folgen, den Lindh und zahllose andere wie er als Schlüssel zum „Gewinn muslimischer Herzen und Gemüter“ gibt – heißt: kriecherisch den Westen für alles verantwortlich zu machen und den Islam zu preisen – dass Muslime anfingen zu Scharia und Jihad zurückzukehren.

Es ist kein Zufall, dass die Rückkehr des „islamischen Fundamentalismus“ wie es in den 1970-er Jahren hieß, direkt der Kulturrevolution auf dem Fuß folgte, die den Westen in den späten 1960-er Jahren überrollte. Diese neue Kultur der sexuellen Freizügigkeit, des moralischen Relativismus, der Gottlosigkeit und des westlichen Selbsthasses veranlasste Muslime, die den Westen einst bewunderten und nachahmten, als er noch von moralischer Zurückhaltung bestimmt war, mit Verachtung zu reagieren. Ein weiterer Aspekt der 1960-er Jahre – Hyperkritik am Westen und seiner Werte durch westliche Intellektuelle – verschlimmerte die Dinge noch. Die muslimische Meinung zum Westen verbitterte sich rasch und wurde feindselig.

Der Westen hatte sich in der Ära westlicher Macht und Selbstvertrauens den muslimischen Respekt erworben. Aber als die 1970-er Jahre kamen, drückten die westlichen Intellektuellen die auf den Westen blickenden Muslime zurück in den Islam. Bedenken Sie allein den Bereich der historischen Studien: Die westliche Zivilisation wird heute nur als die Wurzel allen Übels der Welt dargestellt. Die islamische Zivilisation wird heute nur als weiteres edles Opfer der Verheerung durch den Westen geschildert. Die objektive Geschichte der Beziehung zwischen dem Islam und dem Westen ist auf den Kopf gestellt worden.

Wie Lindh legen westliche Akademiker und Intellektuelle heute Wert darauf muslimische Leistungen selbst da zu loben, wo es keine gibt – so wie Barak Obama die NASA anwies dafür zu sorgen, dass sich Muslime „wegen ihres historischen Beitrags zu den Naturwissenschaften gut fühlen“. Weit entfernt davon Muslime für sich zu gewinnen, veranlasste solche Selbstverachtung natürlich noch mehr Abscheu bei Muslimen – und so ist es weiterhin.

Als der Westen selbstbewusst und stolz auf sein Erbe war, war er für Muslime so attraktiv, dass sie ihn nachahmten – selbst als dieser über ihre Länder herrschte. Weil er sich andauernd für seine „Sünden“ entschuldigt und sein eigenes Erbe dämonisiert, während der Hedonismus und einen alles in allem unehrenhaften Lebensstil fördert, kann er nicht einmal zunehmend angewiderte Muslime davon abhalten ihn auf seinem eigenen Territorium anzugreifen. Deutschland, wo Politiker wie Lindh darauf bestehen: „Wenn wir Muslimen sagen, was wir von ihnen erwarten, wie sie sich verhalten sollen, werden wir sie demütigen und Hass ernten“, verkörpern das perfekt.

Kurz gesagt und wie es Osama bin Laden einst formulierte: „Wenn Menschen ein starkes Pferd und ein schwaches Pferd sehen, werden sie von Natur aus an dem starken Pferd Gefallen finden.“ Selbstvertrauen, Durchsetzungsvermögen sowie Macht sind attraktiver und erzeugen Verwunderung und Nachahmung – insbesondere bei denen, die bei mit der Vorstellung aufgezogen werden, dass Macht Recht schafft, was lange die zentrale Idee hinter dem Islam gewesen ist – während Verfall bei denselben Leuten Verachtung erzeugt.

Übersetzt von Heplev


Autor: Raymond Ibrahim
Bild Quelle: Screenshot Germany’s Muslims; Helge Lindh pictured right.


Freitag, 22 Januar 2021

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