Westler preisen Saeb Erekat als jemanden, der für den Frieden lebte – aber das palästinensische Gedenken erwähnte Frieden nicht einmal

Westler preisen Saeb Erekat als jemanden, der für den Frieden lebte – aber das palästinensische Gedenken erwähnte Frieden nicht einmal


Gedenkreden zu Saeb Erekat betonen ausnahmslos, wie passioniert er dem Frieden, einer Zweistaatenlösung und dem Finden eines Weges zum Beenden des Konflikts gegenüber war.

Westler preisen Saeb Erekat als jemanden, der für den Frieden lebte – aber das palästinensische Gedenken erwähnte Frieden nicht einmal

Typisch dafür ist dieser Artikel von NPR:

Aber Erekat hatte seine Bewunderer, darunter Joel Singer, einer seiner israelischen Verhandlungspartner während des Oslo-Prozesses.

„Ich betrachte ihn als einen mutigen Palästinenser, der sein Leben der Suche nach Frieden mit Israel widmete, Frieden zu Bedingungen, die für das palästinensische Volk akzeptabel sein würden“, sagte Singer. „doch anders als einige andere Palästinensergruppen, die keinen Frieden mit Israel erreichen wollen, wollte er aufrichtig Frieden erreichen und gab niemals auf.“

Frieden kam zu Erekats Lebzeiten nicht – etwas, über das er in seine seinen Gesprächen mit NPR 2010 nachdachte.

„Wir haben einen langen Weg hinter uns. Wir haben einen langen Weg hinter uns“, sagte Erekat NPR, womit er sich sowohl auf die Palästinenser als auf die Israelis bezog. „Wir sind unterschiedliche Völker. Leider haben wir keinen Frieden.“

Aktuelle und ehemalige westliche Führungspolitiker beschrieben Erekat gleichermaßen als sich dem Frieden verschrieben habend. Diese Erklärung von Tony Blair ist typisch:

Saeb Erekat und ich hatten viele Differenzen wegen des Friedensprozesses und wie man ihn zu einem erfolgreichen Abschluss bringen kann. Aber ich zweifelte nie auch nur einen Moment lang an seiner Ernsthaftigkeit, seiner Kenntnis oder seiner tiefen und bleibenden Hingabe an das palästinensische Volk und den Frieden. Er war ein legendärer Unterhändler, der sich jeder Schwierigkeit und jeden Details der ‚Zweistaatenlösung‘ bewusst war und unermüdlich für sie eintrat. Er widmete sein Leben der Sache eines unabhängigen souveränen Staates Palästina und es ist tragisch, dass er ihn zu Lebzeiten nicht entstehen sah. Aber wenn er entsteht, wird man sich seiner als einem seiner Kern-Architekten erinnern. Meine Gedanken und Beileid sind bei seiner Familie. Möge er in Frieden ruhen.

Sehen wir uns jetzt einen Nachruf des PLO-Verhandlungsministeriums an, dem Erekat vorstand:

Mit herzzerreißender Trauer und Schmerz verabschieden wir uns heute von Dr. Saeb Erekat. Ein leidenschaftlicher Kämpfer, stolzer Patriot, Mensch, mitfühlender Vater, Freund und ein außergewöhnlicher Kollege. Besonders in dieser herausfordernden  Phase der Geschichte unserer Sache werden wir einen hartnäckigen und entschiedenen Kämpfer für Palästina vermissen.

Dr.Erekat widmete sein Leben der Verteidigung von und dem Kampf für die Erfolg unseres Rechts auf Freiheit, Selbstbestimmung, nationaler Unabhängigkeit und der Rückkehr der Flüchtlinge Palästinas. Die Erinnerung an ihn wird für das Bewusstsein seines Volkes ewig erleuchtend sein, bis zur Erfüllung dessen, das zu erreichen er mit ihnen kämpfte: Das Ende der brutalen israelischen Besatzung und der Verwirklichung der Unabhängigkeit Palästinas mit Jerusalem als seiner Hauptstadt.

Wir beten zum Allmächtigen Gott, er möge Dr. Erekat mit dem Atem seiner Gnade segnen und ich in seiner Geräumigkeit wohnen lassen. Unser tiefes Beileid für Dr. Erekats Familie und das Volk von Palästina. Möge Gott uns allen Geduld und Trost gewähren, um diesen bedeutenden Verlust zu ertragen.

Nicht ein einziges Wort über „Frieden“ oder „Dialog“ oder „Zweistaatenlösung“.

Sehen wir uns genauso an, was PA-Präsident Abbas über ihn sagte:

Der Präsident des Staates Palästina, Mahmud Abbas, betrauerte heute, Dienstag, im seinem Namen und im Namen der Palästinenserführung und der Regierung zu den Massen unseres Volks und unserer arabischen und islamischen Nation und Freunden in der Welt, den großen nationalen Führer und den Märtyrer Palästinas, den Sekretär des Exekutivkomitees der PLO, Mitglied des Zentralkomitees der Fatah und prominenten Akademiker Saeb Erekat, der sein Leben als Kämpfer und harter Unterhändler zur Verteidigung Palästinas, seiner Sache, seines Volks und seiner unabhängigen nationalen Entscheidung verbrachte.

Präsident Abbas sagte: „Der Abgang des Bruders und Freundes, des großen Kämpfers Dr. Saeb Erekat, stellt einen großen Verlust für Palästina und unser Volk dar und wir sind tief traurig durch seinen Verlust, besonders angesichts dieser schwierigen Umstände, vor der die palästinensische Sache steht.“

Der Präsident fügte an: „Palästina vermisst heute diesen patriotischen Führer und großen Kämpfer, der eine große Rolle beim Hissen des Banners Palästinas und der Verteidigung der Rechte unseres Volkes und seiner nationalen Konstanten, in allen internationalen Foren spielte und er hatte eine herausragende Rolle, als er Mitglieder der palästinensischen Delegation bei der Madrid-Konferenz für Frieden 1991, Minister für lokale Regierung war und unermüdlich als Vorsitzender des Verhandlungsministeriums der PLO und Mitglied des palästinensischen Legislativrats in zwei aufeinander folgenden Amtszeiten war, die in seiner Amtszeit als Sekretär und Mitglied im Exekutivrat der PLO gipfelte.“

Und der Präsident fügte hinzu: „Unser Volk wird sich an den großen, verstorbenen Dr. Saeb Erekat, den Gerechten Sohn Palästinas erinnern, der an vorderster Front bei der Verteidigung der Sache seines Heimatlandes und seines Volk auf dne Feldern der Arbeit und des nationalen Kampfes und in der internationalen Arena stand.“

Er erwähnt die Friedenskonferenz von Madrid, aber er sagt nichts über Erekat und Friedensschluss.

Es scheint so, dass Leute ihre eigenen Gefühle und Wünsche auf Erekat projizieren und mit dem Lesen ihrer Beschreibung seiner Person beschreiben sie in Wirklichkeit sich selbst.

Der PLO-Führer zeigt damit, dass er das Wort „Frieden“ in seiner Beschreibung Erekats praktisch vermeidet, dass sie diejenigen sind, die nie wirklich Frieden wollten. Für sie wäre Erekat mit Frieden zu assoziieren eine Beleidigung, kein Kompliment.


Autor: Heplev
Bild Quelle: Screenshot


Sonntag, 15 November 2020

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