AfD-Fraktion wirft Ex-Sprecher raus

AfD-Fraktion wirft Ex-Sprecher raus


Der Vorstand der AfD-Bundestagsfraktion hat ihrem früheren Sprecher Christian Lüth fristlos gekündigt, meldet n-tv. Ein Sprecher der Partei habe inzwischen ntv-Informationen bestätigt, wonach Fraktionschef Alexander Gauland die Entscheidung in der Fraktionssitzung verkündet habe.

AfD-Fraktion wirft Ex-Sprecher raus

Der Beschluss sei ntv-Informationen zufolge einstimmig gefallen. Hintergrund seien menschenverachtende Äußerungen über Migranten in einer TV-Dokumentation, die Lüth nach bisher unbestätigten Berichten getätigt haben soll.

Lüth habe einem Bericht der „Zeit“ zufolge während eines Gesprächs mit einer Journalistin im Februar vorgeschlagen, man könne nach Deutschland eingereiste Migranten erschießen oder vergasen. Das Gespräch mit der Youtuberin Lisa Licentia sei demnach am 23. Februar in einer Berliner Bar von versteckten Kameras des Senders Pro Sieben aufgezeichnet worden. Lüth habe dem Bericht zufolge die rechte Influencerin mehrmals bei Twitter angeschrieben und um ein Treffen gebeten. Was er nicht gewusst habe: Licentia hätte schon damals aus der rechten Szene aussteigen wollen und bereits mit dem Journalisten Thilo Mischke für eine Dokumentation des Senders ProSieben zusammengearbeitet.

Lüth habe demnach in dem Gespräch gesagt: „Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD. Das ist natürlich scheiße, auch für unsere Kinder. (…) Aber wahrscheinlich erhält uns das.“ Licentia habe ihn anschließend gefragt, ob es im Interesse der AfD sei, dass noch mehr Migranten nach Deutschland kämen. Darauf Lüth: „Ja. Weil dann geht es der AfD besser. Wir können die nachher immer noch alle erschießen. Das ist überhaupt kein Thema. Oder vergasen, oder wie du willst. Mir egal!"

Lüth war Parteisprecher und anschließend Sprecher der Bundestagsfraktion. Im April war er wegen „problematischer Einstellung zum Nationalsozialismus“ von seinen Aufgaben als Sprecher freigestellt worden. Zudem hätte sich Lüth mehrfach selbst als „Faschist“ bezeichnet. Lüth sei daraufhin zunächst dauerhaft beurlaubt worden.


Autor: AchGut
Bild Quelle:


Dienstag, 29 September 2020