Eine fragwürdige Aussage von Ralf Stegner

Eine fragwürdige Aussage von Ralf Stegner


„Donald Trump dominiert derzeit Schlagzeilen mit eher fragwürdigen Beiträgen zur Nahostpolitik …“

Eine fragwürdige Aussage von Ralf Stegner

Diesen Satz veröffentliche Ralf Stegner am Morgen des 16. Septembers 2020. Erst ein paar Minuten vorher war Israel mehrfach aus dem Gazastreifen angegriffen worden. Überall im Süden Israels heulten die Sirenen und Männer, Frauen und Kinder schreckten aus ihren Träumen auf und eilten in die Bunker.

Die Menschen, die Israel an dem Morgen angegriffen hatten, wollen keinen Frieden. Ein Frieden ist jedoch möglich.

Während die Regierung im Gazastreifen Juden abgrundtief hasst und den Staat Israel vernichten möchte, haben die Regierungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Bahrein mit Israel Frieden geschlossen.

Der Friedensvertrag zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde am 15. September 2020 um 13:37 Uhr vor dem Weißen Haus in Washington in Anwesenheit von US-Präsident Trump, durch Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dem Außenminister der Emirate, Abdullah bin Said al-Nahjan, unterzeichnet. Am selben Tag wurde ein Friedensvertrag mit Bahrein durch Abdullatif bin Raschid al-Sajani unterzeichnet.

Abdullah bin Said al-Nahjan sagte zur Unterzeichnung:

„Ich stehe heute hier, um eine Hand zum Frieden auszustrecken und eine Hand zum Frieden zu erhalten. In unserem Glauben sagen wir: Oh Gott, du bist Frieden und von dir kommt Frieden. Die Suche nach Frieden ist ein angeborenes Prinzip, doch Prinzipien werden effektiv verwirklicht, wenn sie in Maßnahmen umgesetzt werden (…) Wir erleben bereits heute einen Wandel im Herzen des Nahen Ostens, der weltweit Hoffnung schenken wird (…) Wir erleben heute einen neuen Trend, der einen besseren Weg für den Nahen Osten schaffen wird.“

Damit steht er in Solidarität mit der Unabhängigkeitserklärung Israels, in der steht:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Für Ralf Stegner ist das alles „fragwürdig“.

Auch für die Hamas ist das „fragwürdig“. Die Gründungscharta der Hamas fordert in Artikel 7 die Vernichtung des gesamten jüdischen Volkes weltweit und erklärt in Artikel 13 den ewigen Krieg gegen Israel bis zu der totalen Vernichtung. Die Hamas möchte so viele Juden wie möglich töten:

„Überließen uns die Juden Palästina, würden wir dann beginnen, sie zu lieben? Natürlich nicht! Wir werden sie niemals lieben. Absolut nicht! Wir werden die Juden als Feinde betrachten, selbst wenn sie uns Palästina zurück geben. Weil sie Ungläubige sind!“ (Qatar TV, 9. Januar 2009)

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen!“ (Abdallah Jarbu, stellvertretender Minister für religiöse Stiftungen der Hamas am 28. Februar 2010)

Diese Hamas hat am frühen Morgen Israel angegriffen, weil sie einen Frieden mit Israel fragwürdig findet und zur selber Zeit twitterte Ralf Stegner: „Donald Trump dominiert derzeit Schlagzeilen mit eher fragwürdigen Beiträgen zur Nahostpolitik …“

Wenn ein Frieden fragwürdig wird, ist man dem Hass verfallen.

Ralf Stegner ist ein Hardliner, dem der Frieden vollkommen egal ist, wenn er nicht seiner eigenen Agenda entspricht. Gut, dass Benjamin Netanjahu nicht so extremistisch denkt wie Ralf Stegner. Netanjahu erklärte bereits vor einigen Jahren:

Unschuldigen und armen Palästinensern wurde lebenswichtige Hilfe, die verschiedenste Länder auf der ganzen Welt gespendet hatten, verweigert. Die Hamas nutzt diese gestohlenen Mittel nun, um eine Kriegsmaschine aufzubauen, die Juden ermorden soll. Das palästinensische Volk hat Besseres verdient! Darum bekunde ich heute mein tiefes Mitgefühl mit den unschuldigen Palästinensern und mit den Ländern, die es gut gemeint haben und großzügig finanzielle Mittel gespendet haben, um ihnen zu helfen.“

Präsident Abbas, ich weiß, es ist nicht einfach. Ich weiß, es ist schwer. Aber wir schulden es unseren Völkern, es nochmal zu versuchen, es immer wieder zu versuchen, denn gemeinsam, wenn wir tatsächlich verhandeln und damit aufhören, darüber zu verhandeln, ob wir überhaupt verhandeln sollen, wenn wir uns tatsächlich hinsetzen und versuchen, diesen Konflikt zwischen uns zu lösen, uns einander anerkennen und einen palästinensischen Staat nicht als Sprungbrett für eine weitere islamistische Diktatur im Nahen Osten verwenden, sondern als ein Land, das in Frieden neben dem jüdischen Staat leben möchte, wenn wir das tatsächlich tun, dann können wir bemerkenswerte Dinge für unsere Völker erreichen.“

Was die Welt braucht, sind mehr Politikerinnen und Politiker, die an den Frieden glauben und weniger Hardliner wie Ralf Stegner, für die ein Frieden ein eher fragwürdiger Beitrag zur Nahostpolitik ist.


Autor: Gerd Buurmann
Bild Quelle:


Montag, 21 September 2020